ASILE• Le département de Christoph Blocher estime quela situation du nord de l’Irak est relativement bonne.
Lire l'article de SIMON PETITE dans le Courrier
Les Kurdes d’Irak devront quitter la Suisse. L’Office fédéral des migrations (ODM) a en effet décidé de modifier, à partir du 1er mai, sa politique à l’égard des requérants d’asile irakiens originaires des provinces de Dohouk, d’Erbil et de Souleymanieh, situées dans le nord du pays.
En conséquence, les services de Christoph Blocher passeront au crible toutes les admissions provisoires accordées aux réfugiés de cette région. «Ces trois provinces ne connaissant pas de situation de violence généralisée, l’exécution des renvois est raisonnablement exigible», estime l’ODM. La décision, dévoilée hier, suscite l’incompréhension des milieux d’aide aux réfugiés. «Il est vrai que la situation au Kurdistan irakien est plus calme que dans le reste du pays. Mais la région se relève de longues années de confrontation avec le régime de Saddam Hussein ainsi que d’une guerre civile entre factions kurdes», avance Yann Golay, porte-parole de l’Organisation suisse d’aide aux réfugiés (OSAR).
Les trois provinces contrôlées par le gouvernement autonome kurde comptent
actuellement nombre de déplacés. «Les infrastructures et les capacités d’accueil sont
déjà surchargées. Dans ces conditions, il est irresponsable de procéder à des renvois», dénonce M. Golay.
Manoeuvre de diversion?
Paradoxalement, ce changement de politique intervient sur fond de tractations entre la présidente de la Confédération, Micheline Calmy-Rey, et Christoph Blocher pour accueillir en Suisse un contingent de réfugiés irakiens. Le mois dernier, le Haut
Commissariat des Nations Unies pour les réfugiés (HCR) a appelé les pays industrialisés à soulager la Jordanie et la Syrie qui, depuis l’invasion de l’Irak,
ont absorbé le gros de l’exode. Selon le HCR, la violence pousse chaque mois des milliers d’Irakiens à fuir leur foyer. Mme Calmy-Rey serait favorable à l’accueil de plusieurs centaines de personnes originaires du centre et du sud de l’ancienne Mésopotamie, les zones les plus touchées par le conflit. Ce dont M. Blocher ne
veut pas entendre parler. Le Conseil fédéral devrait prochainement départager les deux visions. Mais, avec l’annonce de prochains renvois dans le nord de l’Irak, M. Golay soupçonne le Département de M. Blocher de vouloir «déplacer le débat».
Berne espère des volontaires Avant de procéder à des renvois dans les trois provinces
kurdes, Berne compte sur des retours volontaires. Depuis juillet 2003, 550 personnes se sont inscrites à un programme d’aide au retour, dont 470 ont déjà quitté le territoire helvétique, selon l’ODM. L’arrangement prévoit l’organisation du
voyage et une aide financière de 2000 dollars. En outre, l’ODM promet «un examen des
dossiers qui (...) permettra de tenir compte de la situation individuelle des intéressés». Les Irakiens arrivaient en tête des demandes d’asile déposées
en Suisse en mars, avec 123 requêtes. L’an dernier, 816 demandes d’Irakiens ont été
enregistrées. Fin février 2007, 2673 Irakiens de toutes régions confondues bénéficiaient d’une admission provisoire en Suisse. Selon le HCR, deux millions
de personnes ont déjà fui l’Irak et 1,8 million d’habitants ont été déplacés à l’intérieur du pays.
vendredi 4 mai 2007
L'initiative anti-minaret est inapplicable
Lire l'interview de Giusepp Nay, ancien président du Tribunal Fédéral accordé à l'Argauer Zeitung (en version originale allemande)
«Die Initiative ist nicht umsetzbar»
Islam Ein Verbot von Minaretten sollte laut Giusep Nay dem Volk nicht vorgelegt werden
Für den ehemaligen Präsidenten des Bundesgerichts verletzt die Minarett-Initiative das Völkerrecht. Er plädiert dafür, sie für ungültig zu erklären.
daniel friedli
SVP-Exponenten wollen den Bau von Minaretten in der Schweiz verbieten. Ist das überhaupt zulässig?
Giusep Nay: Das widerspricht nicht nur der Europäischen Menschenrechtskonvention, sondern vor allem auch der in der Bundesverfassung garantierten Religionsfreiheit. Die religiösen Ausnahmeartikel › das Jesuiten- und das Klosterverbot › strich das Schweizervolk 1972 in einer denkwürdigen Abstimmung aus der Verfassung. Es wäre ein grosser Rückschritt, nun wieder eine neue Ausnahme einzuführen.
Die Initianten sagen, die Religionsfreiheit werde nicht ange- tastet, da ein Minarett gar keine religiöse Bedeutung habe.
Nay: Ich kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. Es ist nicht Sache des Staates, zu bestimmen, was Inhalt einer Religion ist und was nicht. Für Musliminnen und Muslime ist das Minarett der Ort, von dem aus die täglichen Gebete verbreitet werden. Die Religionsfreiheit garantiert ihnen, dieses Symbol für ihren Glauben verwenden zu dürfen.
Muss die Initiative demnach für ungültig erklärt werden?
Nay: Meiner Meinung nach sollte die Bundesversammlung eine solche Initiative dem Volk gar nicht zur Abstimmung vorlegen, weil sie undurchführbar ist. Das Bundesgericht lässt undurchführbare kantonale Initiativen nicht der Volksabstimmung unterbreiten. Deshalb sollte es auch die Bundesversammlung nicht tun, und die Initiative für ungültig erklären.
Das Parlament geht aber mit solchen Ungültigkeitserklärungen äusserst sparsam um.
Nay: Ja, und zu Recht. Gemäss Verfassungstext können Volks-initiativen nur für ungültig erklärt werden, wenn sie die Einheit der Form, die Einheit der Materie oder zwingendes Völkerrecht verletzen. Zum zwingenden Völkerrecht gehört die Religionsfreiheit nach allgemeiner Auffassung nicht. Zusätzlich muss aber eine Initiative auch umsetzbar sein, um dem Volk zur Abstimmung unterbreitet werden zu können. Dies hat auch der Bundesrat in seiner Botschaft zur neuen Bundesverfassung als selbstverständlich bezeichnet. Um das in der direkten Demokratie bedeutungsvolle Stimmrecht zu schützen, sind die Stimmbürger davor zu bewahren, zu unnützen, weil undurchführbaren Initiativen Stellung nehmen zu müssen.
Weshalb ist denn die Initiative nicht umsetzbar?
Nay: Ein generelles Verbot für den Bau von Minaretten lässt sich nicht umsetzen, weil die Schweiz beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt würde. Ein auf ein solches Verbot gestütztes Urteil des Bundesgerichts müsste hierauf revidiert und der Bau eines Minaretts zugelassen werden. Ausser natürlich, dieser Bau widerspreche anderen gesetzlichen Vorschriften. Und diese Vorschriften genügen, um allenfalls wirklich störende Minarette zu verhindern.
Schon die Verwahrungsinitiative und das Asylgesetz sind mit dem Völkerrecht in Konflikt geraten. Geht die Politik mit den Grundrechten zu fahrlässig um?
Nay: Die starke Polarisierung in der Politik und der ständige Wahlkampf bergen eine grössere Gefahr als früher, dass die Grundrechte unserer Bundesverfassung unter die Räder geraten.
Sehen Sie eine Tendenz, dass Demokratie über den Rechtsstaat gestellt wird?
Nay: Die Demokratie und der Rechtsstaat müssen als eine Einheit betrachtet werden. Das Demokratiebewusstsein ist in der Schweiz aber weit grösser als das Bewusstsein, ein Rechtsstaat zu sein, obwohl Volk und Stände in der Bundesverfassung die Wahrung des Rechtsstaats ausdrücklich zur Pflicht machten.
Hätten Sie selber nicht Mühe, wenn bei Ihnen in Valbella ein Minarett errichtet würde?
Nay: Ich selber nicht, weil ich andere Religionen und Kulturen als Bereicherung empfinde und nicht als fremd. Ich hätte aber grosses Verständnis dafür, dass die Bevölkerung in einer Gegend, in der keine muslimische Gemeinschaft zu Hause ist, ein Minarett als störend betrachten würde. Darum geht es den Initianten aber nicht. Mit einem generellen Verbot für jeden Fall schütten sie das Kind mit dem Bade aus.
Giusep Nay war 17 Jahre lang Bundesrichter und von 2004 bis 2006 Präsident dieses Gerichts.
«Die Initiative ist nicht umsetzbar»
Islam Ein Verbot von Minaretten sollte laut Giusep Nay dem Volk nicht vorgelegt werden
Für den ehemaligen Präsidenten des Bundesgerichts verletzt die Minarett-Initiative das Völkerrecht. Er plädiert dafür, sie für ungültig zu erklären.
daniel friedli
SVP-Exponenten wollen den Bau von Minaretten in der Schweiz verbieten. Ist das überhaupt zulässig?
Giusep Nay: Das widerspricht nicht nur der Europäischen Menschenrechtskonvention, sondern vor allem auch der in der Bundesverfassung garantierten Religionsfreiheit. Die religiösen Ausnahmeartikel › das Jesuiten- und das Klosterverbot › strich das Schweizervolk 1972 in einer denkwürdigen Abstimmung aus der Verfassung. Es wäre ein grosser Rückschritt, nun wieder eine neue Ausnahme einzuführen.
Die Initianten sagen, die Religionsfreiheit werde nicht ange- tastet, da ein Minarett gar keine religiöse Bedeutung habe.
Nay: Ich kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. Es ist nicht Sache des Staates, zu bestimmen, was Inhalt einer Religion ist und was nicht. Für Musliminnen und Muslime ist das Minarett der Ort, von dem aus die täglichen Gebete verbreitet werden. Die Religionsfreiheit garantiert ihnen, dieses Symbol für ihren Glauben verwenden zu dürfen.
Muss die Initiative demnach für ungültig erklärt werden?
Nay: Meiner Meinung nach sollte die Bundesversammlung eine solche Initiative dem Volk gar nicht zur Abstimmung vorlegen, weil sie undurchführbar ist. Das Bundesgericht lässt undurchführbare kantonale Initiativen nicht der Volksabstimmung unterbreiten. Deshalb sollte es auch die Bundesversammlung nicht tun, und die Initiative für ungültig erklären.
Das Parlament geht aber mit solchen Ungültigkeitserklärungen äusserst sparsam um.
Nay: Ja, und zu Recht. Gemäss Verfassungstext können Volks-initiativen nur für ungültig erklärt werden, wenn sie die Einheit der Form, die Einheit der Materie oder zwingendes Völkerrecht verletzen. Zum zwingenden Völkerrecht gehört die Religionsfreiheit nach allgemeiner Auffassung nicht. Zusätzlich muss aber eine Initiative auch umsetzbar sein, um dem Volk zur Abstimmung unterbreitet werden zu können. Dies hat auch der Bundesrat in seiner Botschaft zur neuen Bundesverfassung als selbstverständlich bezeichnet. Um das in der direkten Demokratie bedeutungsvolle Stimmrecht zu schützen, sind die Stimmbürger davor zu bewahren, zu unnützen, weil undurchführbaren Initiativen Stellung nehmen zu müssen.
Weshalb ist denn die Initiative nicht umsetzbar?
Nay: Ein generelles Verbot für den Bau von Minaretten lässt sich nicht umsetzen, weil die Schweiz beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt würde. Ein auf ein solches Verbot gestütztes Urteil des Bundesgerichts müsste hierauf revidiert und der Bau eines Minaretts zugelassen werden. Ausser natürlich, dieser Bau widerspreche anderen gesetzlichen Vorschriften. Und diese Vorschriften genügen, um allenfalls wirklich störende Minarette zu verhindern.
Schon die Verwahrungsinitiative und das Asylgesetz sind mit dem Völkerrecht in Konflikt geraten. Geht die Politik mit den Grundrechten zu fahrlässig um?
Nay: Die starke Polarisierung in der Politik und der ständige Wahlkampf bergen eine grössere Gefahr als früher, dass die Grundrechte unserer Bundesverfassung unter die Räder geraten.
Sehen Sie eine Tendenz, dass Demokratie über den Rechtsstaat gestellt wird?
Nay: Die Demokratie und der Rechtsstaat müssen als eine Einheit betrachtet werden. Das Demokratiebewusstsein ist in der Schweiz aber weit grösser als das Bewusstsein, ein Rechtsstaat zu sein, obwohl Volk und Stände in der Bundesverfassung die Wahrung des Rechtsstaats ausdrücklich zur Pflicht machten.
Hätten Sie selber nicht Mühe, wenn bei Ihnen in Valbella ein Minarett errichtet würde?
Nay: Ich selber nicht, weil ich andere Religionen und Kulturen als Bereicherung empfinde und nicht als fremd. Ich hätte aber grosses Verständnis dafür, dass die Bevölkerung in einer Gegend, in der keine muslimische Gemeinschaft zu Hause ist, ein Minarett als störend betrachten würde. Darum geht es den Initianten aber nicht. Mit einem generellen Verbot für jeden Fall schütten sie das Kind mit dem Bade aus.
Giusep Nay war 17 Jahre lang Bundesrichter und von 2004 bis 2006 Präsident dieses Gerichts.
Man sollte die Kirche im Dorf lassen
Lire le commentaire de Daniel Friedli dans l'Argauer Zeitung à propos de la nouvelle initiative xénophobe anti-minaret (en allemand)
Minarett bedeutet im Arabischen «ein Platz, wo Feuer ist». Und tatsächlich ist Feuer im Dach, seit Muslime in Langenthal und Wangen ein Minarett bauen wollen. Wer den Gegnern zuhört, könnte den Eindruck bekommen, die Osmanen stünden vor Chiasso, bereit zum Sturm auf die Schweiz.
Die Realität sieht anders aus. Über 300 000 Muslime sind schon lange im Land, als Arbeiter, Bürger und ganz ohne Eroberungsgelüste. Diese Muslime sollen wie alle anderen Gläubigen auch ihre Religion ausüben und vom Schutz der Religionsfreiheit profitieren können. Wenn sie dabei ihre Moscheen mit einem Minarett verzieren wollen, braucht man sie nicht aus religiösen Gründen daran zu hindern. Bau- und Planungsrecht stellen sicher, dass keine Prachttürme gebaut werden, die das ganze Mittelland überstrahlen. Und dass morgens ein Muezzin durch Schweizer Strassen ruft, ist auch für die meisten ansässigen Muslime eine lächerliche Vorstellung.
Dass sich im Volk trotzdem breiter Widerstand regt, hat wohl weniger mit den Minaretten als mit der latenten Angst vor dem Islam und um die eigene Kultur zu tun. Und daran sind die Muslime nicht unbeteiligt. Sie müssen deutlicher machen, dass auch für sie in der Schweiz das staatliche Recht über dem göttlichen steht. Damit würde es einfacher, ihnen die nötige Toleranz entgegenzubringen. In der Praxis funktioniert das Zusammenleben ja ganz gut; wie Zürich und Genf beweisen auch mit Minarett. Ein Verbot ist darum nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern auch unnötig. Man sollte die Kirche im Dorf lassen › selbst wenn ein Minarett daneben
Minarett bedeutet im Arabischen «ein Platz, wo Feuer ist». Und tatsächlich ist Feuer im Dach, seit Muslime in Langenthal und Wangen ein Minarett bauen wollen. Wer den Gegnern zuhört, könnte den Eindruck bekommen, die Osmanen stünden vor Chiasso, bereit zum Sturm auf die Schweiz.
Die Realität sieht anders aus. Über 300 000 Muslime sind schon lange im Land, als Arbeiter, Bürger und ganz ohne Eroberungsgelüste. Diese Muslime sollen wie alle anderen Gläubigen auch ihre Religion ausüben und vom Schutz der Religionsfreiheit profitieren können. Wenn sie dabei ihre Moscheen mit einem Minarett verzieren wollen, braucht man sie nicht aus religiösen Gründen daran zu hindern. Bau- und Planungsrecht stellen sicher, dass keine Prachttürme gebaut werden, die das ganze Mittelland überstrahlen. Und dass morgens ein Muezzin durch Schweizer Strassen ruft, ist auch für die meisten ansässigen Muslime eine lächerliche Vorstellung.
Dass sich im Volk trotzdem breiter Widerstand regt, hat wohl weniger mit den Minaretten als mit der latenten Angst vor dem Islam und um die eigene Kultur zu tun. Und daran sind die Muslime nicht unbeteiligt. Sie müssen deutlicher machen, dass auch für sie in der Schweiz das staatliche Recht über dem göttlichen steht. Damit würde es einfacher, ihnen die nötige Toleranz entgegenzubringen. In der Praxis funktioniert das Zusammenleben ja ganz gut; wie Zürich und Genf beweisen auch mit Minarett. Ein Verbot ist darum nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern auch unnötig. Man sollte die Kirche im Dorf lassen › selbst wenn ein Minarett daneben
Libellés :
Islam
L'initiative contre les minarets repose la question du respect du droit international
Lire l'article dans Le Temps - Suisse

Minaret de zurich. Photo: Keystone
DROITS POPULAIRES. Selon l'ancien président du Tribunal fédéral Giusep Nay, l'interdiction des minarets est contraire à la Convention européenne des droits de l'homme. Pour les initiants, les citoyens doivent avoir le droit de se prononcer.
Minaret de zurich. Photo: Keystone
DROITS POPULAIRES. Selon l'ancien président du Tribunal fédéral Giusep Nay, l'interdiction des minarets est contraire à la Convention européenne des droits de l'homme. Pour les initiants, les citoyens doivent avoir le droit de se prononcer.
L'islam européen, une chance de réforme
Lire l'interview d'Yves Besson dans Le Temps
Ancien diplomate, professeur, essayiste et catholique, Yves Besson a vécu et travaillé dans le monde arabo-musulman. De ce point de vue privilégié, il jauge notre regard sur l'islam.
Ancien diplomate, professeur, essayiste et catholique, Yves Besson a vécu et travaillé dans le monde arabo-musulman. De ce point de vue privilégié, il jauge notre regard sur l'islam.
Libellés :
Islam
L'islam dans le collimateur
Lire l'excellent dossier de Sylvie Arsever dans Le Temps

L'initiative contre les minarets fédère les peurs suscitées par le fondamentalisme musulman. Revue des troupes et des théoriciens.
L'initiative contre les minarets fédère les peurs suscitées par le fondamentalisme musulman. Revue des troupes et des théoriciens.
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Attention pyromanes !
Lire l'éditorial de Sylvie Arsever dans Le Temps
«Asperges géantes» et «phares du Djihad» pour les minarets, «déclaration de guerre au monde chrétien» pour l'islam lui-même. Le moins qu'on puisse dire, c'est que les auteurs de l'initiative n'observent pas envers les sentiments des musulmans le respect qu'ils exigent pour les lois et les sensibilités helvétiques.
«Asperges géantes» et «phares du Djihad» pour les minarets, «déclaration de guerre au monde chrétien» pour l'islam lui-même. Le moins qu'on puisse dire, c'est que les auteurs de l'initiative n'observent pas envers les sentiments des musulmans le respect qu'ils exigent pour les lois et les sensibilités helvétiques.
jeudi 3 mai 2007
Renvois en Irak : modification de la pratique
Lire le communiqué de admin.ch -
L'Office fédéral des migrations a décidé de modifier, à partir du 1er mai 2007, la pratique appliquée aux renvois des requérants d'asile irakiens venant des provinces de Dohouk, d'Erbil et de Souleymanieh, situées dans le nord du pays. Suite à cette modification, les intéressés devront quitter la Suisse. Les personnes optant pour un retour volontaire en Irak peuvent toutefois bénéficier d'un programme d'aide au retour.
L'Office fédéral des migrations a décidé de modifier, à partir du 1er mai 2007, la pratique appliquée aux renvois des requérants d'asile irakiens venant des provinces de Dohouk, d'Erbil et de Souleymanieh, situées dans le nord du pays. Suite à cette modification, les intéressés devront quitter la Suisse. Les personnes optant pour un retour volontaire en Irak peuvent toutefois bénéficier d'un programme d'aide au retour.
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Les minarets, nouvelle croisade d’Ulrich Schlüer
Lire dans 24 Heures
Le «papa» de l’initiative antiminarets n’en est pas à son coup d’essai. Le conseiller national UDC est le roi de l’opposition… Surtout quand la «menace» vient de l’extérieur.
Sur le même sujet le dossier de Swissinfo et celui de la TSR avec des liens vidéo et audio
Un policier accuse les médias de créer de l'anxiété ?
Lire absolument ce très bon interview paru dans Le Courrier...
VIOLENCE · Dans un ouvrage,Olivier Guéniat,le chef de la sûreté neuchâteloise,
dénonce l'exploitation politico-médiatique de la délinquance juvénile.
LUC-OLIVIER ÉRARD LUC-OLIVIER ÉRARD
Olivier Guéniat, 40 ans, aura bientôt passé dix ans à la tête de la sûreté neuchâteloise. Il a déjà modifié profondément les relations entre la population du canton et sa police par un franc-parler et un goût pour la pédagogie uniques dans les annales des polices suisses. L'ouvrage La délinquance des jeunes qu'il publie ces jours au Savoir suisse met en évidence la force et le danger des idées reçues en matière de sécurité publique: dénonçant l'exploitation médiatique et politique des faits divers, il utilise le langage des criminologues pour démonter les clichés simplistes stigmatisant les jeunes. Sans occulter les problèmes posés aux pratiques éducatives traditionnelles par l'évolution rapide des moeurs et des techniques. Entretien. Votre ouvrage montre que la violence chez les jeunes est plus rare, mais plus grave.
Comment expliquez-vous cela?
Il est difficile de se prononcer aussi simplement. Les statistiques de police montrent une diminution du nombre d'auteurs de délits de moins de 18 ans. Mais en ce qui concerne les délits de violence, ces statistiques de police ne sont pas de bons indicateurs: si presque tous les cambriolages sont annoncés à la police, il n'en va pas de même pour la violence: les actes dénoncés ne représentent qu'une partie du total des actes commis. Donc, si les statistiques montrent une augmentation, il est difficile de savoir si celle-ci est due à un nombre plus important des délits commis ou à d'autres facteurs, comme une augmentation du taux d'annonce à la police.
Vous dénoncez néamoins une exploitation simpliste de ces chiffres. Quel est votre but?
Volontairement ou non, l'information peut être manipulée. Et derrière celle-ci, les enjeux politiques sont importants: en créant une anxiété dans la population, on crée une demande sécuritaire. Quand le conseiller fédéral Christoph Blocher stigmatise les requérants d'asile et les albanophones comme il l'a fait lors de l'affaire du viol collectif dans les Grisons, il généralise en commettant un amalgame: la réalité des condamnations telles qu'elle apparaît dans les chiffres de l'Office fédéral de la statistique montre que sur 132 auteurs de contraintes sexuelles et d'actes d'ordre sexuel avec des enfants, trois sont requérants d'asile, 44 ont un permis C ou B. Le message était faux, mais il peut préparer l'arrivée de mauvaises lois en favorisant l'anxiété: ainsi, l'UDC propose de retirer la nationalité à un étranger naturalisé ou de renvoyer la famille d'un délinquant requérant, alors qu'on sait qu'il n'y aura aucune incidence sur la criminalité en adoptant de telles lois par ailleurs contraires au Code pénal suisse et aux conventions internationales sur les droits de l'enfant.
Vous n'épargnez pas les médias, notamment dans leur traitement des faits divers.
Effectivement. Certains événements sont montés en épingles avec de gros titres pendant des semaines. Peter Rothenbühler, le rédacteur en chef du Matin, l'a dit: ce genre de manchettes fait augmenter ses ventes. Il m'a choqué en affirmant récemment à la télévision qu'il était prêt à écrire ce que les gens veulent lire: pour moi, c'est la mort du journalisme et de la presse de qualité. L'an passé, l'affaire des animaux mutilés a généré quelque 350 articles dans la presse et s'est révélé être un mythe. On a pourtant tendu le micro à un paysan qui affirmait qu'une bête avait été blessée par un scalpel, en l'érigeant en expert. Ce contexte modifie la perception des gens, avec en plus des relais politiques très forts qui proposent à la population des choix biaisés.
Vous ne constatez pas une augmentation réelle de la violence, mais semblez très critique à l'égard d'Internet et de la télévision. Pourquoi?
Il est manifeste que les parents accusent un retard par rapport à leurs enfants sur le plan des nouveaux médias. Ils ne connaissent pas le monde d'Internet, et il faut pourtant qu'ils y accompagnent leurs enfants pour transformer les situations délicates en message éducatif. Un enfant de 10 ans ouvert sur le monde grâce à Internet à besoin d'un adulte qui contrôle un peu la situation, tout comme chacun sait dire à ses enfants: «Ne monte pas dans la voiture d'un inconnu!» Mais les parents prennent-ils ce temps? Il est évident que les mutations de la famille, le fait que père et mère doivent souvent tous deux travailler, qu'ils subissent de plus en plus de pression de toute part entraîne une baisse de la prise en charge des enfants. Quelle influence ces changements induisent-ils sur la situation des jeunes? Il en résulte une perte de contrôle des parents sur le temps libre des enfants et sur leurs fréquentations. Or c'est justement dans ce laps de temps «libre», entre la sortie de l'école et le retour à la maison, que se commettent le plus d'infractions. Comment jugez-vous du fait que les journaux mentionnent de plus en plus la nationalité des délinquants?
Nous la donnons systématiquement dans les communiqués, sans quoi nous sommes condamnés à recevoir une trentaine d'appels. Dans la plupart des affaires, la nationalité ne joue aucun rôle dans la définition intrinsèque d'un crime. De plus, lorsqu'elle est mentionnée, elle n'est pas contextualisée dans l'ensemble d'enjeux qui sont soulevés du point de vue de l'intégration, du vécu et de l'éventuel statut précaire de la communauté en question. On va inévitablement tomber dans l'amalgame. Sans parler du fait que nous avons affaire, dans les médias, à un certain type de criminalité: nous ne publions pas l'ensemble de nos affaires de moeurs ou de nos affaires économiques. Et lorsqu'on le fait, le résultat n'est pas un feuilleton de vingt articles, mais généralement une brève. L'impression que les étrangers commettent plus de crimes que les autres est donc erronée? Plutôt que de donner une explication culturelle, il faut tenir compte de l'importance d'une communauté, qui fait qu'on la retrouve plus fréquemment dans les statistiques, mais aussi d'autres éléments comme le vécu de certaines populations et les conditions sociales qu'elles connaissent.
La fonction de chef de la sûreté est d'ordinaire plutôt discrète. Pourquoi avoir cherché à la populariser?
C'était un choix délibéré. Je suis arrivé à ce poste lors d'une crise. Un conseiller d'Etat avait été viré, un juge destitué, le chef de la police judiciaire déplacé, des enquêteurs mis sous enquête. La première commission d'enquête parlementaire de l'histoire du canton avait été mise en place. Un nouveau commandant est arrivé, et il a fallu regagner la confiance de tout le monde. Le seul moyen, c'était de jouer la transparence et d'utiliser les médias pour nous faire connaître. Nous avons répondu à toutes les sollicitations. Par ailleurs, étant criminologue, j'ai toujours cherché à contextualiser les informations et à présenter une analyse avec la volonté de gagner la confiance de la population.
COMMENTAIRE
Depuis 2002 et l'irruption cataclysmique de l'insécurité dans le débat public, en France puis en Suisse, champ libre a été laissé aux clichés les plus grossiers: la criminalité «augmente»? Les étrangers en seraient responsables. Le recours à l'aide sociale «explose»? Les jeunes ne sauraient plus travailler. Les viols collectifs «se multiplient»? Une perte des valeurs serait en cause. Au lendemain de chaque fait divers sanglant, de chaque affaire de moeurs sordide, deux mécanismes s'enclenchent désormais de concert au service de ces fausses évidences. La naissance d'un feuilleton médiatique anxiogène, suivi du chapelet politique de réponses faciles de l'UDC et de ses compagnons de route. Une appréhension sciemment approximative des faits divers permet tour à tour de justifier l'usage généralisé de caméras de surveillance, le renforcement des contrôles dans l'aide et les assurances sociales, l'aggravation des peines à l'encontre des mineurs délinquants, l'expulsion des étrangers. Après «surveiller et punir», on réclame d'épier et de bannir. Tous les partis ont emboîté le pas et doivent aujourd'hui servir un discours public sur la sécurité. Mais alors que le landernau politique s'agite essentiellement en réaction aux délires sécuritaires et autoritaires de la droite dure, certaines recherches citées dans l'ouvrage d'Olivier Guéniat le montrent: laisser à eux-mêmes les jeunes dans la rue, devant la télé ou sur Internet n'est pas sans conséquences sur leur vécu et leur comportement: violence, toxicomanie, exclusion. Or la capacité des parents à rester à l'écoute de leurs enfants est de plus en plus battue en brèche par l'irruption dans les foyers de technologies que les jeunes maîtrisent mieux que leurs aînés, et par une structuration du monde du travail qui oblige les adultes à travailler davantage, plus longtemps, à l'écart de leurs enfants. Prendre conscience de ces problématiques-là commande de penser une sécurité collective qui prenne en compte les questions comme l'aménagement du temps de travail, l'amélioration des structures d'accueil et de loisirs pour les jeunes, l'égalité salariale, l'intégration des migrants. Ce n'est pas l'UDC qui va s'en charger.
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